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TierhilfePfotentraum e.V.

Wissen, Sicherheit und Vorbereitung

Informationen rund um den Tierschutz

Ein Tierschutzhund bringt seine eigene Geschichte mit. Hier findest du wichtige Informationen zu Eingewöhnung, Gesundheit und rechtlichen Grundlagen.

Wichtiger Hinweis

Die Informationen auf dieser Seite dienen der Orientierung und ersetzen keine tierärztliche Untersuchung oder individuelle Beratung. Bei gesundheitlichen Auffälligkeiten wende dich bitte direkt an eine Tierarztpraxis.

Nach der Adoption

Ein Tierschutzhund zieht ein

Damit der Einzug deines neuen Familienmitglieds ein freudiges Ereignis bleibt, findest du hier wichtige Tipps für die Abholung und die ersten Wochen.

Bitte beachte vor der Übergabe

Leider ist es nicht mehr möglich, deinen Hund bis an die Haustür zu bringen. Stattdessen wird ein Treffpunkt zur Abholung vereinbart.

Bitte bringe nur wenige Begleitpersonen mit. Auch die übrigen tierischen Familienmitglieder sollten den Neuankömmling nicht am Treffpunkt kennenlernen.

Viele Hunde hatten in ihrem bisherigen Leben keine feste Bezugsperson. Vertrauen muss deshalb immer langsam aufgebaut werden.

Beachte auch, dass der Hund alles verloren hat, was er bisher kannte: Er ist entwurzelt und muss neue Wurzeln schlagen.

01Bei der AbholungDie Abholung ist für Mensch und Hund ein besonderer Moment. Nach einem langen Transport braucht dein neues Familienmitglied vor allem Ruhe, Sicherheit und Zeit.

Die notwendige Ausrüstung

Nimm einen Napf, Trinkwasser, geeignete Leckerlis sowie Halsband, Geschirr und Leine mit. Dein Hund muss doppelt gesichert werden können.

Sicherheit während der Autofahrt

Ein Hund darf nicht ungesichert im Kofferraum mitfahren. Am geeignetsten ist eine feste Transportbox. Auf der Rückbank braucht er eine geeignete Sicherung und möglichst eine Begleitperson.

Die Transportbox öffnen

Öffne die Transportbox erst innerhalb des Hauses beziehungsweise der Wohnung.

Ruhe bewahren

Setze dich ruhig dazu und vermeide zunächst Rufen, Locken oder bedrängendes Streicheln. Dein Hund sollte selbstständig Kontakt aufnehmen dürfen.

02Die ersten Tage und WochenViele Tierschutzhunde müssen erst lernen, was ein sicheres Zuhause bedeutet. Vertrauen entsteht durch Ruhe, klare Abläufe und geduldige Begleitung.

Weiterhin doppelt sichern

Auch in den ersten Wochen sollte dein Hund draußen doppelt gesichert sein. Lass ihn im Garten nur unter Aufsicht laufen.

Nicht überfordern

Viele Hunde kennen keine langen Spaziergänge. Richte Tempo und Länge nach deinem Hund und gib ihm ausreichend Zeit zum Schnüffeln. Gleiche Wege geben Sicherheit.

Mit Unsicherheit rechnen

Angst vor Menschen, lauten Geräuschen oder alltäglichen Gegenständen sind keine Seltenheit. Begegne solchen Situationen mit Geduld.

Vorsichtig füttern

Transport, Aufregung und Futterumstellung können Durchfall verursachen. Biete zunächst kleinere Portionen eines gut verträglichen Futters an.

Stubenreinheit braucht Zeit

Auch ein zuvor stubenreiner Hund kann sich durch Aufregung wieder lösen. Strafen sind kontraproduktiv, erhöhen den Stress und verschärfen das Problem.

Ruhige Eingewöhnung

Lade in den ersten Tagen möglichst keine Verwandten oder Freunde ein. Dein Hund sollte sich zunächst an dich und die neue Umgebung gewöhnen.

03Wichtige FormalitätenEinige Dinge sollten bereits vor der Ankunft deines Hundes vorbereitet werden.

Hundehaftpflichtversicherung

Schließe möglichst vor der Übergabe eine Hundehaftpflichtversicherung ab.

Kranken- und OP-Versicherung

Angesichts gestiegener Tierarztkosten solltest du dich über die Möglichkeiten einer entsprechenden Versicherung informieren.

Örtliche Vorschriften

Informiere dich über die in deinem Bundesland und deiner Gemeinde geltenden Bestimmungen zur Hundehaltung.

Registrierung

Registriere deinen Hund kostenlos bei TASSO oder einem anderen deutschen Haustierregister.

Bitte richte dich nach diesen Empfehlungen. Sie dienen der Sicherheit und Gesundheit deines neuen Familienmitglieds und helfen dabei, Vertrauen aufzubauen.

Dein Pfotentraum-Team

Gesundheit

Wichtige Erkrankungen und Impfungen

Öffne die einzelnen Bereiche, um weitere Informationen zu erhalten.

Impfungen bei HundenWelche Impfungen wichtig sind und was bei Reisen mit dem Hund beachtet werden muss.

In Deutschland besteht grundsätzlich keine allgemeine Impfpflicht für Hunde. Anders sieht es aus, wenn ein Hund eine Landesgrenze überschreitet. Für Reisen innerhalb der Europäischen Union ist insbesondere eine gültige Tollwutimpfung vorgeschrieben.

Der gesetzliche Tollwutschutz gilt in der Regel 21 Tage nach der Impfung. Die Erstimpfung darf frühestens ab einem Alter von zwölf Wochen erfolgen. Maßgeblich sind immer die Angaben im EU-Heimtierausweis sowie die vom Impfstoffhersteller angegebene Gültigkeitsdauer.

Beispiel für eine Grundimmunisierung

AlterMögliche Impfungen
8 WochenHCC, Leptospirose, Parvovirose und Staupe
12 WochenHCC, Leptospirose, Parvovirose, Staupe und Tollwut
16 WochenHCC, Parvovirose, Staupe und gegebenenfalls Tollwut
15 MonateHCC, Leptospirose, Parvovirose, Staupe und Tollwut

Die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) sowie die Angaben des jeweiligen Impfstoffs können sich ändern. Bitte besprich den individuellen Impfplan mit deiner Tierarztpraxis.

LeptospiroseEine bakterielle Erkrankung, deren Erreger unter anderem in verunreinigtem Wasser vorkommen können.

Leptospirose wird durch Bakterien, sogenannte Leptospiren, ausgelöst. Die Erreger können in Gewässern, Pfützen oder feuchter Erde vorkommen.

Mögliche Anzeichen sind Fieber, Erbrechen, Durchfall, Schwäche, Gelbsucht, eine verminderte Harnausscheidung, Atembeschwerden oder Bewegungsstörungen.

Leptospirose kann auch auf Menschen übertragen werden. Bei Verdacht sollte deshalb umgehend eine tierärztliche Praxis kontaktiert werden.

Ansteckende LeberentzündungHepatitis contagiosa canis ist eine virale Infektion, die insbesondere für junge Hunde schwer verlaufen kann.

Die ansteckende Leberentzündung, auch Hepatitis contagiosa canis genannt, wird durch Viren verursacht. Besonders bei jungen Hunden kann die Erkrankung schwer verlaufen.

Mögliche Anzeichen sind Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Schleimhautblutungen oder eine Gelbfärbung.

Als mögliche Spätfolge kann sich die Hornhaut des Auges trüben. Bei Verdacht auf eine Infektion ist eine sofortige tierärztliche Untersuchung notwendig.

StaupeEine hochansteckende Viruserkrankung mit möglichen Auswirkungen auf Atemwege, Verdauung, Haut und Nervensystem.

Staupe ist eine Viruserkrankung, die unterschiedliche Organsysteme betreffen kann. Erste Anzeichen sind häufig hohes Fieber, Mattigkeit und Appetitlosigkeit.

Im weiteren Verlauf können verschiedene Formen auftreten:

  • Lungenform: Husten und Atembeschwerden
  • Magen-Darm-Form: Erbrechen und Durchfall
  • Nervöse Form: Bewegungsstörungen, Lähmungen und Krämpfe
  • Hautform: blasige Hautveränderungen
  • Hartballenkrankheit: Verhornungen der Sohlenballen und des Nasenspiegels

Überlebende Hunde können dauerhafte Schäden wie Zahnschmelzdefekte, Verhaltensveränderungen oder Epilepsie zurückbehalten.

ParvoviroseEine sehr ansteckende Viruserkrankung, die besonders für Welpen und junge Hunde gefährlich ist.

Parvovirose wird durch äußerst widerstandsfähige Viren verursacht, die sich lange in der Umwelt halten können.

Häufig zeigt sich eine schwere Magen-Darm-Erkrankung mit Fieber, starkem Erbrechen und massivem, teilweise blutigem Durchfall.

Für junge und ungeimpfte Hunde kann Parvovirose tödlich verlaufen. Bei entsprechenden Symptomen sollte der Hund umgehend tierärztlich vorgestellt und von anderen Hunden ferngehalten werden.

TollwutEine tödlich verlaufende Viruserkrankung, die Hunde, andere Säugetiere und Menschen gefährdet.

Tollwut ist eine Viruserkrankung des zentralen Nervensystems und verläuft nach Ausbruch der Erkrankung grundsätzlich tödlich.

Die Übertragung erfolgt meistens durch den Biss eines infizierten Tieres. Mögliche Anzeichen sind ungewöhnliche Unruhe, starke Erregung, Aggressivität, Schluckstörungen und später Lähmungserscheinungen.

Bei einem möglichen Kontakt mit einem tollwütigen Tier muss sofort eine Tierarztpraxis und – bei Kontakt mit Menschen – ein Arzt oder eine Ärztin kontaktiert werden.

Impfempfehlungen und gesetzliche Vorgaben können sich ändern. Bitte orientiere dich zusätzlich an aktuellen Empfehlungen und der Beratung durch deine Tierarztpraxis.

Rechtliche Grundlagen

Die Tierschutz-Hundeverordnung enthält wichtige Vorgaben für die Haltung, Betreuung und den Schutz von Hunden.

Verordnung ansehen